Wir sind Zukunft – sei dabei!
    LA21-Leitbildentwicklung am Beispiel der Tiroler Gemeinde Grinzens

 

Grinzens ist ein 1.300-Seelendorf in schönster Aussichtslage 20 km westlich von Innsbruck. Arbeitsplätze gibt es wenige, dafür viel Ruhe und gute Luft. Als klassisches Stadt-Umlanddorf ist Grinzens bemüht, sich den negativen Folgen eines Schlafdorfes zu entziehen. Daher startete die Gemeinde im April 2007 einen Entwicklungsprozess im Sinne der Lokalen Agenda 21.
Mag.a Marion Amort und Mag.a Gerlinde Braumiller wurden mit der externen Begleitung dieses nachhaltigen Gemeindeentwicklungprozesses beauftragt.


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Im Sommer 2008 ist die erste Phase dieses BürgerInnenbeteiligungsprozesses mit der Präsentation des Gemeindeleitbildes zu Ende gegangen. Im Herbst wird Grinzens offiziell zur LA21-Gemeinde zertifiziert. und gehört damit zu einer von fast 300 LA21-Gemeinden in Österreich. Ab nun gilt es über unterschiedliche Projektaktivitäten die im Leitbild beschriebenen Ziele nach und nach zu erfüllen. Auch für die Umsetzungsphase steht das Miteinander von BürgerInnen und Gemeindepolitik im Zentrum dieses Nachhaltigkeits-Ansatzes.

Gewinnen Sie hier einen Eindruck der gesamten bisherigen Aktivitäten. Wir starten mit einem Resümee, das sich auf die wesentlichen Erfolgsfaktoren aus unserer Sicht konzentriert. Weiter unten finden sie Presseartikel und Veröffentlichungen.
 

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Das Startteam als Motor:
Um einen Prozess in Gang zu bringen und über einen langen Zeitraum am Leben zu erhalten, ist der Aufbau einer Kerngruppe („Startteam“) zentral. Eine Hand voll Engagierter treffen sich regelmäßig und planen alle Aktivitäten um die Leitbildentwicklung auf breite Beine zu stellen. Als ProzessbegleiterInnen unterstützen wir die Teamentwicklung, geben inhaltliche Impulse, strukturieren die Sitzungen und koordinieren die Umsetzung.

Balance zwischen Befindlichkeiten und Zielen:
Bis eine Gruppe zusammenfindet, braucht seine Zeit. Unsicherheiten, Konflikte und Demotivation sind die Wegbegleiter. Orientierung geben, immer wieder auf das Ziel verweisen und den Bedürfnissen und Einwänden angemessen Raum geben - das ist ein Balanceakt, der nicht als Rezept beschrieben werden kann. Feingefühl ist gefordert. Als ProzessbegleiterInnen kennen wir die schwierigen Phasen der Teamentwicklung und helfen diese Schritt für Schritt zu bewältigen.

Anbindung an die Politik:
BürgerInnenbeteiligungsprozesse laufen Gefahr Parallelstrukturen in einer Gemeinde aufzubauen. Engagierte Menschen entwickeln herausragende Konzepte. Wenn es um die konkrete Umsetzung (und Finanzierung) geht, erweist sich die Initiative oft als zahnlos. Wir sind der Meinung: LA21-Prozesse brauchen von Anfang an die Anbindung an die Politik (Mitarbeit von GemeinderätInnen im Startteam, regelmäßige Information in den GR-Sitzungen). In diesem Punkt mussten wir uns gegen Widerstände durchsetzen, da manche diese Zusammenarbeit als visionshemmend und als verlängerten Arm der Politik befürchteten.

Möglichst breite Einbindung von Interessensgruppen:
Jung und Alt, Frauen und Männer, Wirtschaftstreibende, UmweltschützerInnen, Vereine etc.
Ein Leitbild wird nur dann angenommen und visionäre Kraft entfalten, wenn sich alle darin wieder finden.

Kein Projekt ohne Marketing!
Um eine breite Beteiligung zu erreichen und die Menschen für neue Ideen zu gewinnen, ist regelmäßige Information und Öffentlichkeitsarbeit auf allen Kanälen wesentlich. Postwürfe, Gespräche mit allen Vereinen, Pressearbeit, Veranstaltungen,… es kann nie genug sein.

Nachhaltigkeit begreifbar machen:
Um Nachhaltigkeit zu begreifen und einen Alltagsbezug herzustellen, braucht es ausreichend Information, Diskussion und good-practice Beispiele aus anderen Gemeinden. Impulse von Menschen die Visionen realisiert haben und Exkursionen in Gemeinden in denen bereits realisierte Projekte zu sehen sind greifen am stärksten.

Dialogfähigkeit – Herausforderung und Chance:
Sollen sich viele Menschen gemeinsam Gedanken über die Zukunft machen, braucht dies die Fähigkeit unterschiedliche Positionen anzuhören, zu diskutieren ohne zu polarisieren, Abstand nehmen von Parteipositionen und Einzelinteressen,…kurz: Dialogfähigkeit.

Diese Form der Zusammenarbeit muss erst gelernt werden. Darin sehen wir den Knackpunkt und zugleich eine große Chance der LA21. Wir sind überzeugt, dass die nachhaltigste Wirkung von LA21-Prozessen die Kulturveränderung in Gemeinden ist. Auch wenn dies manchmal ein langer Weg ist.



Das Leitbild der Gemeinde Grinzens und weitere Informationen zum Entwicklungsprozess finden Sie unter: www.grinzens.tirol.gv.at

 

Presseberichte  und  eigene Beiträge in Nachhaltigkeitsmagazinen
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08. Okt. 2008, Bezirksbaltt,  Grinzens neue Agenda-Gemeinde

06.Okt. 2008: Grinzens ist LA-21-Gemeinde!, Presseaussendung

Österreichisches Journal Nachhaltigkeit; Ausgabe 1/2008

04 Juni 2008, Bezirksblatt, “ Gemeinderat segnet LA21-Konzept einstimmig ab”

Juni 2008, Twenty One, “Frühschoppen mit Zukunftsmusik”

09.April 2008, Beszirksbaltt, “Vorhang auf für die Agenda”

02.April 2008, Bezirksblatt, “Lokale Agenda macht ernst”

März 2008, Bericht über die Exkursion in die Impulsregion 21

05.Dezember 2008, Bezirksblatt, “Gemeinsam Zukunft denken”

November 2007, Twenty One, “LA21-Impulse für Grinzens”

07.November 2007, Tiroler Tageszeitung, Grinzner gestalten ihr Dorf

07.November 2007, Bezirksblatt, “Jetzt oder nie - Grinzens gemeinsam gestalten”

September 2007, Twenty One, “Gemeinde Grinzens setzt Segel

 

 

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